Home

Auf der diesjährigen Hair & Beauty sprachen wir mit Uwe Damm, Inhaber der Firma Beauty and more, über sein  neues Produkt Hairshades. Hairshades werden als neuartiges, non-permanentes Haarmake-up angepriesen.

Herr Damm zählt zur dritten Generation einer, wie er selbst sagt, Friseurdynastie. Mehrere Friseursalons werden von seiner Familie betrieben, doch er selbst leitet keinen davon. Er hat sich auf die Produktion und den Vertrieb von Haarkosmetik und Education-Artikeln (Schulungsbücher, Übungsköpfe) spezialisiert. Er berichtete uns, dass die Produktion in Asien stattfinde und der Vertrieb weltweit sei.

auf der Hair & Beauty, Frankfurt a. M. aufgenommen am 5. 05. 2014 von F. Lippki

Uwe Damm auf der Hair & Beauty, Frankfurt a. M.,
aufgenommen am 05. 05. 2014

F. L.: Welche Idee steckt hinter Ihrem Produkt?

U. D.: Hairshades ist im Grunde basierend auf der Idee des Lidschattens, also Makeup für die Haare, und im Grunde funktioniert es gleich. Es ist eine Art Haarkreide, also Kalkkreide mit Pigment versetzt. Ebenso enthält es diverse Öle um die Haare nicht auszutrocknen. Es soll Glanz und Brillanz auf das Haar bringen. Das ist die Grundidee vom Produkt, sprich Makeup für die Haare.

A. Z: Und wie lange hält dann dieses Haarpuder in den Haaren?

U. D.: Abhängig von der Struktur des Haares, eine bis fünf Haarwäschen. Also schwarzes Haar ein/zwei Haarwäschen, blondiertes Haar/blondes Haar drei Haarwäschen. Hochgradig blondiertes, strukturgeschädigtes Haar bis zu fünf Wäschen. Weil es über die elektrostatische Aufladung vom Haar funktioniert und über den Abrieb der Schuppenschicht. Das heißt, ich färbe die Schuppenschicht an, aber ich komme nicht mit dem eigentlichen Haarkern in Berührung.

F. L.: Aber je aufgerauter und poröser diese ist, desto mehr nimmt das Haar auf und desto länger hält es das Pigment dann fest?

U. D.: Ja. Aber – und das ist der große Vorteil am Produkt – ich kann selbst schwarze Haare ohne zu blondieren kurzfristig auf kreative Weise einfärben. Auch bei Blond funktioniert das, ohne langfristig eine Veränderung zu haben. Auch dort kann ich wieder kreative Veränderungen hervorrufen. Also beispielsweise für eine Abendball: lange Haare, Strähne rein [mit dem Puder anfärben], Haarspray drauf, Hochsteckfrisur mit durchlaufender violetten Strähne! Zweimal Haare waschen, Farbe ist raus, ich habe wieder meine blonden Haare.

F. L.: Und ich unterstelle jetzt einfach mal, dass das Haarpuder auch sehr schonend für die Haare ist, weil es ja nicht in das Keratin selbst eingreift?

U. D.: Genau, also der Kalk an und für sich wäre ja eher austrocknend, aber durch die Pigmente und die Öle, die wir hinzufügen, ist es komplett neutral für das Haar. Das heißt, es trocknet das Haar nicht aus. Wo man natürlich aufpassen muss ist, wenn man sagt, okay, ich gebe noch Trockenhaarspray darauf. Gehe anschließend mit dem Glässeisen darüber, oder dem Lockenstab. Da muss ich dann auf die Hitze aufpassen, aber das Produkt selber ist nicht haaretrocknend oder allergieausslösend oder sonst irgendetwas.

Messebesucherin mit grünem Haarpuder Frankfurt a. M. aufgenommen am 05. 05. 2014 von F. Lippki

Messebesucherin mit grünem Haarpuder,
Frankfurt a. M., aufgenommen am 05. 05. 2014

F. L.: Aber in der Anwendung normalerweise wäre es zu empfehlen, so vorzugehen: Ich style mich, frisiere mich fertig, trage dann das Puder auf und brauche hinterher nicht nochmal Föhnen oder Glätten? Wenn jemand, wie ich heute, Locken gemacht hat und das Produkt anwendet, bleiben die Locken dann auch erhalten?

U. D.: Genauso ist es. Das verändert das Haar an sich nicht, weil es ja keine Feuchtigkeit transportiert, das ist auch der große Unterschied zu Kreide. Die Kreide müssen Sie nass machen, nachher wieder föhnen oder locken oder was auch immer. Das Puder wende ich direkt in die trockenen Haare an oder, wie Sie gesagt haben, in die gestylten, fertigen Haare. Ich kann dann nochmal zum Fixieren mit Haarspray und einem Glätteisen darüber gehen, damit es nochmal zusätzlich haltbar gemacht wird. Weil ja das Haarspray durch die Polymere, die darin enthalten sind, ein Netz, ähnlich wie ein Gitternetz, zieht und die Hitze dieses dann versiegelt.

F. L.: Die nächste Frage bezieht sich auf die Anwendung. Sie machen das, habe ich gesehen, mit den Händen, arbeiten das mit den Fingern ein. Gibt es da auch Variationen oder Experimente z.B. ob es mit einem Pinsel aufgetragen wird, damit es dann pastelliger wird oder ist es schon empfehlenswert, das ausschließlich mit den Fingern einzuarbeiten?

U. D.: Grundsätzlich empfehlen wir es immer mit den Fingern einzuarbeiten, weil es ist einfach kräftiger, Sie drücken es dadurch in die Haare rein. Man kann es natürlich dadurch, dass es wie ein Makeup ausgelegt ist, auch mit Pinsel, dem Grobpinsel wie für Rouge oder den kräftigeren kleinen Pinsel wie für Augenmakeup und so weiter, auftragen. Das einzige Problem ist, dass die Haut ja anders ist als das Haar. Ich habe das Haar, die Schuppenschicht, immer in eine Richtung. Bei der Haut habe ich die Poren, die mir den Abrieb liefern. Dadurch habe ich beim Pinsel natürlich immer das Problem, dass wenn ich mit dem Pinsel von oben nach unten arbeite oder von unten nach oben nur sehr wenig Abrieb habe. Das heißt, ich habe eher nur partielle Anfärbungen, aber es geht. Deshalb auch Makeup für die Haare. Sie können natürlich auch so damit arbeiten. Sie brauchen es ja nur durch den Druck herausreiben und dann quasi ins Haar. Wir hatten gestern Kunden da aus dem Bereich Fotografie, die als Makeupartist arbeiten. Die nehmen dann den klassischen Rougepinsel, reiben das dann auf in der Dose und gehen dann beispielsweise auf blonden Haaren punktuell rein und haben dann Rundungen, wie Farbbälle auf den Haaren. Also es geht auch so kreativ anzuwenden, definitiv.

Messebesucherin mit violettem Haarpuder Frankfurt a. M., aufgenommen am 05. 05. 2014 von F. Lippki

Messebesucherin mit violettem Haarpuder, Frankfurt a. M., aufgenommen am 05. 05. 2014

F. L.: Wie verhält es sich denn, wenn man das Produkt im Haar angewendet hat und dann darauf schläft? Ist mein Kopfkissen dann morgens eingefärbt?

U. D.: Also wenn Sie beispielsweise kein Haarspray draufgeben, dann kann es natürlich zu Abfärbungen kommen. Warum? Weil es nur außen am Haar in der Schuppenschicht angelagert ist. Sobald Sie in der Nacht schwitzen, Feuchtigkeit dazukommt, färbt es ab. Wenn Sie beispielsweise nach der ersten Wäsche schlafen, färbt es nicht mehr ab, weil das Ausbluten bereits stattgefunden hat, wie man so schön sagt. Dann blutet es nunmehr über das Shampoo, weil das Shampoo an und für sich von der Größe des Moleküls kleiner ist hinten reingeht, hinter die Farbe und sie mit herauszieht. Dann passiert das nicht mehr, dass Sie ihr Kopfpolster anfärben, sonst haben Sie schöne Punkte am Morgen.

F. L.: Lässt es sich denn aus Textilien auswaschen?

U. D.: Grundsätzlich ja. Es wäscht sich grundsätzlich raus, weil es ja keine Chemie ist, ist ja ein reines Naturprodukt. Es fällt quasi von selbst wieder heraus. Ansonsten gibt es ja diese Aufhellmittel, die man partiell aufsprüht, wenn ich den Fall habe, dass z.B. eine Bluse das extrem aufnimmt. Aber grundsätzlich bekommt man es raus, es ist ja Kreide, so wie Staßenmahlkleide oder Lidschatten, nur anders von der Größe ausgelegt.

F.L.: Vielen Dank für das Gespräch.

Beitrag von Alexandra Zürbes und Freddy Lippki.

Messebesucherin mit rosa Haarpuder Frankfurt a. M., aufgenommen am 05. 05. 2014 von F. Lippki

Messebesucherin mit rosa Haarpuder,
Frankfurt a. M., aufgenommen am 05. 05. 2014

Abbildungen: Friederike Lippki

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s