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„Blumen gelten als Inbegriff von Schönheit und Anmut“. 1

Das könnte ein Grund sein, warum viele Frauen immer wieder zur Kunstblume als Haarschmuck greifen. Zudem werden Blumen mit Frühlingserwachen und angenehmen Duft in Verbindung gebracht. Außerdem kann die Blume farblich passend zur Kleidung gewählt werden und ein Outfit vollenden.

Die Kunstblume ist jedoch keine Modeerscheinung des 20. oder 21. Jahrhunderts. Der älteste noch erhaltene Blumenkranz stammt aus der Zeit um 4000 vor Christus und wird mit der Königin Shou Bad von Ur in Verbindung gebracht. Königinnen wurden damals mit Blumenkränzen aus Gold beerdigt. Auch in Ägypten war solch eine Art von Schmuck sehr beliebt. Die Kränze wurden zusätzlich mit Parfum versetzt und mit Seide verschönert. Im Mittelalter fand der Blumenkranz besonders auf Hochzeiten Verwendung als Brautkranz. Kunstblumen wurden aus Stoff oder Wachs angefertigt. In Klostern wurden sie benutzt, um die Bilder von Heiligen zu schmücken. 2

Im 13. Jahrhundert entstanden in Paris Zünfte für Hersteller solcher Kränze. Ab den 18. Jahrhundert wird die Kunstblume in Frankreich ein modisches Accessoire und war nicht mehr an bestimme Ereignisse gebunden. Die Mätresse des König Ludwigs VX. trug Kleider, die mit kleinen Blüten und Schleifen verziert wurden. Der Adel trug gerne Seidenblumen und künstliche Wiesenblumen, die an den Kleidern befestigt wurden. 3 Die größer werdende Nachfrage an Blumenschmuck führte dazu, dass Manufakturen entstanden.

Allerdings führte die Anlehnung an die Antike Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts dazu, dass das Interesse an Kunstblumen stark zurückging. Schon wenige Jahre später stieg die Nachfrage wieder stark an. Die Blumen wurden deshalb aus kostengünstigerer Baumwolle angefertigt. Weitere Materialien waren zum Beispiel Taft, Krepp oder Samt. Während des Biedermeiers wurden besonders kleine und zarte Blümchen in Kleider, Hüte und Frisuren eingearbeitet. Blumenart und Farbe hatten verschiedene Bedeutungen. Maiblumen sollten beispielsweise Glück versprechen und Lavendelblüten bedeuteten Misstrauen. 4 Im 20. Jahrhundert waren Kunstblüten ein beliebtes Schmuckstück für Damenhüte. Herren dagegen bevorzugten echte Blumen an den Anzügen statt Kunstblumen. In den 1920er Jahren dann trugen die Damen lediglich eine große Blume als Blickfang am ansonsten unverzierten Abendkleid. Ein Jahrzehnt später waren vor allem Margeriten, Orchideen und Callas sehr beliebt. Diese Mode wurde von berühmten Persönlichkeiten vorgemacht.

In den 1950er Jahren wurden vor allem Brautkleider mit weißen Kunstblumen verziert. Die Hippiemode der 1960er Jahre beinhaltete kleine Blumen zum Schmücken der Haare.

Diese Kurzzusammenfassung zur Geschichte der Kunstblume zeigt, dass dieses Accessoire schon eine lange und immer wiederkehrende Tradition in den verschiedensten Epochen ist. Anfangs war der Blumenschmuck sehr zweckgebunden. Das hörte mit dem 18. Jahrhundert auf und die Blume wird zum modischen Accessoire für beliebige Anlässe. Die Kunstblume wird heute bei den verschiedensten Gelegenheiten getragen und kann vielfältig eingesetzt werden.

Zwei schöne Varianten, wie die Kunstblume als modisches Haaraccessoire eingesetzt werden kann, ist auf den folgenden Bildern zu sehen.

Dutt mit Blume

Abb. 1: Schlossgrabenfest Darmstadt. 1.6.14

Das glatte Haar wird hier mit einem Donut-Kissen zum Dutt gesteckt (Abb. 1). Der Donut gibt dem Dutt Fülle, außerdem wird der Knoten so schön gleichmäßig. Die schlichte Frisur wird durch eine weiße Blüte am Knoten verziert. Die weiße Blüte passt farblich zu jedem Kleidungsstück und ist deshalb super kombinierbar.

Janina Blume Seite

Abb. 3: Schloss, Heidelberg, Janina, 25.05.14

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Abb. 4: Schloss, Heidelberg, Janina, 25.05.14

Zweite Variante (Abb. 2/3): Der Pony ist toupiert und nach hinten gelegt, so dass kein Scheitel mehr zu sehen ist. Das restliche Haar kann entweder schon am Kopf oder erst im Zopf ,undone‘ geflochten werden. Den Flechtzopf dann einfach Zwirbeln oder zu einer Schnecke drehen und im Nacken zusammenstecken. Die lockere Schnecke wird hier farblich passend zur Sonnenbrille mit einer pinken Kunstblume an der Seite geschmückt. Das Pink ist ein echter Hingucker. Der Effekt verstärkt sich, da sowohl Blume als auch Brille in dieser knalligen Farbe leuchten. Das Accessoire wird mit einer kleine Haarklammer in eine Strähne gesteckt. Mit der Blüte könnte auch ein störendes Haargummi verdeckt werden.

Beide Looks sind schnell und einfach zu stylen. Die angesteckten Blumen geben den Frisuren einen schönen Akzent und passen perfekt zum sommerlich warmen Wetter.

Beitrag von Damaris Rief

 

1 Ingrid Loschek: „Kunstblume“, in: Dies.: Accessoires. Symbolik und Geschichte. München: Bruckmann. 1993. S. 160 – 164. Hier S. 160.
2 Vgl. ebd. S. 160.
3 Vgl. ebd. S. 161.
4 Vgl. ebd. S. 162.

Abbildungen: Damaris Rief

Quelle:
Ingrid Loschek: „Kunstblume“, in: Dies.: Accessoires. Symbolik und Geschichte. München: Bruckmann. 1993.

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