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„Mein Hut der hat drei Ecken, drei Ecken hat mein Hut -…“

… und wer noch keinen hat sollte sich schleunigst einen zulegen! Denn diesen Sommer lautet das Motto ganz klar: Hüte, Haarbänder und Blumenschmuck — den Ideen sind dabei  keine Grenzen gesetzt. Dies zeigte sich auch besonders schön an den Models der Hair & Beauty im Mai 2014. Viele Stars lassen sich diesen Trend derzeit nicht entgehen. Ob luxuriös oder lieber klassisch, ausgefallen oder eher schlicht, Stars wie Katy Perry, Vanessa Hudgens oder Kirsten Dunst sind gute Beispiele für diesen Modetrend. Doch auch die breite Gesellschaft findet immer mehr Gefallen an den modischen Haaraccessoires. Denn sie sind nicht nur besonders schick — nein, sie sind auch gleichzeitig sehr praktisch und vielleicht auch gerade deshalb diesen Sommer nicht mehr wegzudenken.

Dessen waren sich wohl auch schon die antiken Ägypter, Griechen und Römer bewusst, die ihre langen Haare mit Schnüren und Bändern zurückhielten. Zudem nutzten sie Kopfbedeckungen, Perücken oder Haarteile um ihre Macht zu symbolisieren, insbesondere dann, wenn die Haare bereits größtenteils ausgefallen waren.1 Zu dieser Zeit fanden vor allem Stoff- und Wollbinden reichlich Verwendung. Aber auch das Diadem, ein halbmondähnlicher Schmuck der zur Zierde über die Stirn hinein ins Haar gelegt wurde, war sehr beliebt. Somit diente der Haarschmuck nicht nur der Verschönerung, sondern in erster Linie vor allem auch der Formgebung und der Festigung des Haares.2 Hierzu wirkte diese Variante als neumodisches Beispiel (Abb. 1/2) sehr interessant, da dem Haarband hier ein ganz besonderer Stellenwert zukommt. Durch den hohen, locker gebundenen Dutt am Hinterkopf sind die Haare vollständig aus dem Gesicht frisiert und geben den Blick direkt auf das Haarband frei. Dieses ist wie ein Haarreif um den Kopf gebunden, mit einer großen Schleife am Oberkopf befestigt. Durch die kleinen roten Rosenköpfe, die sich auf Grund ihrer Farbigkeit vom restlichen schwarzen Teil des Haarbandes hervorheben, wird das Haarband zusätzlich zum Blickfang. Es gibt der Frisur das besondere Etwas und rundet sie perfekt ab.

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Abb. 1: Frisur mit Haarband: Schlossgrabenfest Darmstadt, 01.06.2014.

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Abb. 2: Frisur mit Haarband: Schlossgrabenfest Darmstadt, 01.06.2014.

Hierin zeigt sich ganz schön, dass die Haarbänder in der jetzigen Zeit zwar auch Befestigungszwecken dienen können, in erster Linie aber eher ein reiner Blickfang sind.

Die etwas auffälligeren Versionen und deren schlichtere Abwandlungen…

Als historisches Beispiel zu besonderen Haaraccessoires eigenen sich auch die ,Turmfrisuren‘ von Marie Antoinette (1755-1793)3, einer französischen Königin Ende des 18. Jahrhunderts sehr gut. Denn diese trieb diesen Modetrend bis auf die Spitze durch ihre verrückten, extravaganten Frisuren und ausgefallenen Haarschmuck. Dafür ist sie bis heute noch bekannt. Für besonderes Aufsehen sorgte so beispielsweise ihre Frisur ,á la Belle Poule‘ die ein Segelschiff zu Ehren der siegreichen französischen Kriegsfregatte beinhaltete. Allerdings wurde Marie Antoinette auf Grund dieser verschwenderischen Lebensweise vom Volk später  auch hingerichtet.4 Ein aktuelles Beispiel dazu zeigt die nachfolgende Frisurenvariante sehr schön, bei der als Haaraccessoire eine Kunstblume zum Einsatz kommt. Ebenso wie eine Sonnenbrille, die als Dekorationselement mit den Haaren am Oberkopf zu verschmelzen scheint. Durch den seitlich locker geflochtenen Zopf entsteht in der Frisur jedoch eine Asymmetrie, die allerdings mit Hilfe der Blume wieder etwas ausgeglichen wird. Dadurch verlagert sich der Schwerpunkt der Frisur und es kommt zum perfekten Ausgleich. Hübsch wirken auch die einzelnen Strähnen, die im Ponybereich aus dem Zopf herausgelassen wurden und das Gesicht weich umspielen.

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Abb. 3: Flechtfrisur mit Kunstblume: Schlossgrabenfest Darmstadt, 01.06.2014.

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Abb. 4: Flechtfrisur mit Kunstblume: Schlossgrabenfest Darmstadt, 01.06.2014.

…und dann war da noch der Hut…

Bezüglich des Themas Hüte lässt sich sagen, dass diese zuletzt in den 1960er Jahren einen regelrechten Mode-Hype in der Jugendgeneration erlebten und sich fortan weiterentwickelten zu Baseballcaps etc.. Doch noch in den 1950er Jahren ging es vor allem um den Herrenhut, der vom Kopf des Mannes gar nicht wegzudenken war. Zu dieser Zeit wurden besonders Modelle wie der ,Homburger‘ oder ,Tribily‘ getragen, die auch jetzt wieder top aktuell sind wie das Bild unten (Abb. 5) zeigt. Dabei kam es nicht nur auf den Hut selbst an, sondern auch auf die Art und Weise wie er aufgesetzt wurde. So stand ein schräg aufgesetzter Hut beispielsweise für den verhalten- lockeren Mann und ein stark asymmetrischer aufgesetzter Hut für den verwegen- dynamischen Mann.5

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Abb. 5: Frisur mit Hut: Neunkircher Zoo, 31.05.2014. Modell: Marie-Claire

Diese Fotografie aus dem Neukircher Zoo zeigt eine besonders hübsche Variante, Frisur und Hut perfekt aufeinander abzustimmen. Der Strohhut ,der, wie bereits oben erwähnt, der Form eines Tribily entspricht, eignet sich auf Grund seines Materials für heiße Sommertage besonders. Er schützt den Kopf nicht nur vor direkter Sonnenstrahlung, sondern passt farblich auch hervorragend zu Kleidung und Haarfarbe. Aufgelockert wird das Outfit zudem durch die weich fallenden Locken und Wellen, die bewusst aus dem Gesicht frisiert sind, wodurch der Blick auf das Gesicht freigeben wird. Eine gute Idee die Leichtigkeit des Sommers in der Frisur widerzuspiegeln. Allgemein also zeigt sich, dass das Tragen von Kopfbedeckungen und das Schmücken der Haare schon immer sehr beliebt war, sei es zu modischen Zwecken, praktischen Zwecken oder einfach um den Kopf vor der Sonne zu schützen.

Beitrag von Nina Bethscheider

vgl. Rolf Hurschmann: „Antike. Von den Anfängen bis um 500 n. Chr.“, in: Maria Jedding- Gesterling; Georg Brutscher (Hg.). Die Frisur. Eine Kulturgeschichte der Haarmode von der Antike bis zur Gegenwart. München: Callwey Verlag, 1988. S. 14, 30-34.
2 vgl. Daniela Ziegler: „IV. Der Umgang mit Haar und Frisur. A. Über die Arbeit an Frisuren und technische Hilfsmittel. 2. Die Utensilien des Frisierens. c) Haarbänder (vittae crinalis etc.)“, in: (Ders.) Frauenfrisuren der römischen Antike. Abbild und Realität. Berlin: Weißensee Verlag, 2000. S. 202-203.
3 vgl. Evelyne Lever: „Tu Felix Austria, nube.; sic transit …“, in: Marie Antoinette. Eine Biographie. Zürich: Benziger Verlag AG,1992. S. 8/523-525.
4 vgl. ebd. S. 523-525.
5 vgl. Ingrid Loschek: „103 Kopfbedeckungen“, in: Accessoires. Die Geschichte und Symbolik. München: Bruckmann, 1993. S.131-135. 

Quellen:
・Rolf Hurschmann: „Antike. Von den Anfängen bis um 500 n. Chr.“, in: Maria Jedding- Gesterling; Georg Brutscher (Hg.). Die Frisur. Eine Kulturgeschichte der Haarmode von der Antike bis zur Gegenwart. München: Callwey Verlag, 1988.
・Daniela Ziegler: „IV. Der Umgang mit Haar und Frisur. A. Über die Arbeit an Frisuren und technische Hilfsmittel. 2. Die Utensilien des Frisierens. c) Haarbänder (vittae crinalis etc.)“, in: (Ders.) Frauenfrisuren der römischen Antike. Abbild und Realität. Berlin: Weißensee Verlag, 2000.
・Evelyne Lever: „Tu Felix Austria, nube.; sic transit …“, in: Marie Antoinette. Eine Biographie. Zürich: Benziger Verlag AG,1992.
・Ingrid Loschek: „103 Kopfbedeckungen“, in: Accessoires. Die Geschichte und Symbolik. München: Bruckmann, 1993.

Abbildungen:
・Abb. 1/ 2: Frisur mit Haarband: Schlossgrabenfest Darmstadt, 01.06.2014. Fotos: Nina Bethscheider.
・Abb. 3/ 4: Flechtfrisur mit Kunstblume: Schlossgrabenfest Darmstadt, 01.06.2014. Fotos: Nina Bethscheider.
・Abb. 5: Frisur mit Hut: Neunkircher Zoo, 31.05.2014. Modell: Marie-Claire, Foto: Nina Bethscheider.

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