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Die Farbe Rot (Abb. 1) ruft zahlreiche Assoziationen hervor, und es werden ihr vielfältige Bedeutungen zugeschrieben. Zum einen ist Rot für viele Menschen die Farbe der Liebe und Fruchtbarkeit, zum anderen die Farbe des Teufels, der Hölle und der Sünde. Aber auch als Farbe des Feuers, verbindet man Rot mit Licht und Wärme und gleichzeitig als Farbe des Blutes mit Leben und Opfern.1 Die verschiedensten Verwendungen von Rot als Symbolfarbe finden sich in vielen Beispielen der Vergangenheit und Gegenwart. Schon in der Steinzeit ab ca. 20.000 v.Chr. wurde die Farbe Rot in der Höhlenmalerei verwendet.2 Ebenfalls diente sie der Bemalung von Jagdausrüstungen um Kraft, Glück und Mut für Jäger und Krieger magisch zu beschwören.3 Als die ‚Farbe des Lebens‘ wurde Rot im vorchristlichen China und alten Japan bezeichnet, als  die ‚Farbe der unfruchtbaren Wüste‘ und des dort hausenden menschenfeindlichen Gottes Seth‘ im alten Ägypten.4Jedoch hatte sie bei den alten Ägyptern nicht nur eine negative Symbolik. Im Gegenteil, Rot besaß auch den Rang einer Würdenfarbe und fand sich in den Gewändern der Würdenträger wieder.5 Im antiken Griechenland war Rot die Farbe der Männlichkeit, des Mutes und des Krieges.6 Künstler der damaligen Zeit stellten den Kriegsgott Ares (römisch= Mars) und seinen furchtverbreitenden Sohn Phoebus in hellroter Farbe dar.7 Aber auch die rote Rose (Abb. 2) ist seit der Antike ein Symbol, das für Treue und Liebe steht, sie galt als Blume der Liebesgöttin Venus.8

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Abb. 2

Weitere Bedeutungszuschreibungen an die Farbe Rot kamen in der christlichen Symbolik hinzu, demnach soll der biblische Adam aus rotem Lehm erschaffen worden sein.9 Ab dem 15. Jahrhundert galt die Farbe Rot auch als Symbol des Teufels, der Hölle und der dorthin verbannten Sünder.10 Die Künstler dieser Zeit malten den Teufel mit roten Haaren und Bart und symbolisierten damit im Mittelalter und der frühen Neuzeit das Böse.11  Menschen mit roten Haaren, vor allem den Frauen, wurde die Hexerei unterstellt, und die anschließende Bestrafung folgte durch die Verbrennung auf dem Scheiterhaufen.12 Jedoch besaß Rot nicht nur eine negative Symbolik, sie diente auch in dieser Epoche immer noch als Würdenfarbe für hochgestellte Personen wie Könige, Kaiser und zierte die Gewänder der Kardinäle.13 Eine weitere Eigenschaft entwickelte sich in dieser Zeit, in der Rot  auch zur Kennfarbe von Henkern und Scharfrichtern und somit zur Symbolfarbe der Justiz, und das bis in die heutige Zeit, wurde.14 „Aus diesen antiken, christlichen und weltlichen Quellen speist sich die heutige Verwendung der Farbe Rot als Symbolfarbe bei ‚wortlosen‘ Informationsträger_innen im Alltag. So zum Beispiel dient sie als Hintergrundfarbe bei einer bekannten Marke eines Erfrischungsgetränkes oder als Firmenlogo.“15 Auch auf der Straße lässt sich die Farbe Rot wieder finden, ob in der Mode oder als Haarfarbe (Abb. 3).

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Abb. 3: Die Sängerin Rihanna mit rotem Haar

Beitrag von Andrea Gorgas/Redaktion

1 Vgl. Eva Heller: Wie Farben wirken. Farbpsychologie, Farbsymbolik, kreative Farbgestaltung. Hamburg: Rowohlt, 1989, S. 51.
2 Vgl. Norbert Welsch/Claus Chr. Liebmann: Farben. Natur. Technik. Kunst. Heidelberg/Berlin: Spektrum Akademischer Verlag, 2003, S. 58.
3  Ebd.
4  Ebd.
5  Ebd.
6  Ebd.
7  Ebd.
8  Ebd., S. 59.
9  Ebd.
10 Ebd.
11 Ebd.
12 Ebd.
13 Ebd.
14 Ebd.
15 Ebd.

Abbildungen:
Abb. 1: http://www.wallpaper-gratis.eu/farben-formen/farben/rot003-hintergrundbild.php (zuletzt aufgerufen: 30.06.14).
Abb. 2: http://www.torange-de.com/Plants/Flowers/Eine-rote-rose-16886.html (zuletzt aufgerufen: 30.06.14).
Abb. 3: http://jesska-original.blogspot.de/2011/11/rote-haare.html (zuletzt aufgerufen: 30.06.14).

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